Deep Work


Über den Author Cal Newport

Cal Newport ist Associate Professor of Computer Science at Georgetown University.

Neben seinen Forschungen zu den theoretischen Grundlagen unseres digitalen Zeitalters, schreibt Newport über die Auswirkungen dieser Technologien auf die Arbeitswelt. In dem Buch Deep Work argumentiert er, Fokus ist der neue I.Q. in der wissensbasierten Wirtschaft und dass Individuen, mit der Fähigkeit sich ohne Ablenkung zu konzentrieren, überproportional davon profitieren werden. Die Veröffentlichung von Deep Work wurde ein sofortiger Wall Street Journal Bestseller und erhielt Lob in der New York Times Buch Review, The Wall Street Journal, The Economist und The Guardian.

Deep Work: „Professional activities performed in a state of distraction-free concentration that push your cognitive capabilities to their limit.“

Shallow Work: „Non cognitively demanding, logistical-style tasks, often performed while distracted. These efforts tend to not create much new value in the world and are easy to replicate.“


Warum ist Deep Work wichtig?

Die Informationsökonomie in der wir leben, ist zum einen sehr komplex zum anderen finden ständigen massiven Veränderungen statt. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass man die Fähigkeit besitzt sich schnell komplizierte Sachverhalte anzueignen.

Ein weiterer Aspekt warum Deep Work wertvoll ist, liegt in der Logik des Internets und der damit verbundenen Tatsache, dass fast alle Menschen zukünftig Zugang dazu haben werden. Wenn jemand ein gutes Produkt, eine Dienstleistung oder spezifische Fähigkeiten besitzt, kann er dieses quasi Weltweit anbieten. Die andere Seite der Medaille ist dabei, wenn jemand nur ein mittelmäßiges Produkt oder eine mittelmäßige Dienstleistung anbieten kann, gibt es weltweit viele Menschen die dieses imitieren können (ggf. mit Hilfe von Software). Folglich ist Konkurrenz sehr hoch und die Entlohnung sehr gering.

Hypothese

Cal Newport vertritt die Meinung: Die Fähigkeit und die Möglichkeit fokussiert und konzentriert zu arbeiten nimmt immer mehr ab, gleichzeitig findet eine Wertsteigerung für diese Art von Arbeit statt. Die Konsequenz davon ist, den wenigen den es gelingt diese Fähigkeit zu kultivieren werden davon enorm profitieren.


Die vier Arten von „Deep Work“

Die klösterliche Philosophie der Arbeitseinteilung

In Anlehnung an das Leben und Arbeiten im Kloster wo sich Mönche und Nonnen von den Ablenkungen und Zerstreuungen der übrigen Welt abschotten, nennt Cal Newport diese Art der Arbeit die klösterliche Philosophie.

Die klösterliche Philosophie ist darauf ausgelegt, tiefe Anstrengungen zu maximieren, indem sie oberflächliche Verpflichtungen beseitigt oder radikal minimiert. Praktizierende dieser klösterlichen Philosophie neigen dazu, ein gut definiertes und hoch geschätztes berufliches Ziel zu haben das sie verfolgen, ein Großteil ihres Erfolges ist darin begründet, das sie eine Sache außergewöhnlich gut zu beherrschen. Es ist diese Klarheit, die ihnen hilft, das Dickicht von oberflächlichen Ablenkungen zu beseitigen.

Dabei räumt Cal Newport ein, das nur sehr wenige Menschen die Möglichkeit haben diesen radikalen Ansatz in ihrem Berufsleben verwirklichen zu können. Als Beispiel nennt er Wissenschaftler und Schriftsteller.


Die bimodale Philosophie der tiefen Arbeit.

Diese Philosophie teilt die Zeit ein, in klar definierte Abschnitte tiefer Arbeit und lässt den Rest für alles andere offen. Diese Aufteilung von Zeit zwischen tief und offen kann auf mehreren Arten erfolgen. Am Beispiel einer Woche, widmet man ein viertägiges Wochenende in Tiefer Arbeit und den Rest der Zeit ist offenen. Alternative kann man sich aber auch einige Wochen oder Monate in tiefe Arbeit vergraben und den Rest des Jahres normalen Tätigkeiten nachgehen. Dabei vertritt Cal Newport die Auffassung, die minimale Zeiteinheit für tiefe Arbeit sollte mindestens ein voller Tag sein.


Die rhythmische Philosophie: Das Konzept tiefe Arbeit in einen normalen Alltag zu integrieren

Um Sitzungen tiefer Arbeit konsequent zu beginnen ist es am einfachsten, sie zu einer regelmäßige Gewohnheit zu machen. Das Ziel ist es einen Rhythmus für diese Arbeit zu generieren. Eine einfachen Möglichkeit sich daran zu erinnern tiefe Arbeit zu tun, ein großes rotes “X“ auf dem Kalender zu machen. Dieses Vorgehen wird auch Kettenmethode genant und ist auch sehr beliebt unter Schriftstellern und Fitness-Enthusiasten. Da auch sie auf die Fähigkeit angewiesen sind, harte Dinge konsequent zu meistern. Eine andere gängige Methode um die rhythmische Philosophie zu implementieren, ist die mit einer festgelegten Startzeit anstatt der visuelle Hilfe der Kettenmethode.


Die journalistische Philosophie tiefer Arbeit: Eine weitere  Möglichkeit tiefe Arbeit in einen normalen Alltag zu integrieren

Journalisten sind ausgebildet, um von einem auf den anderen Augenblick in einen Schreibmodus zu wechseln. Dabei werden Sie von der Frist getrieben (Redaktionsschluss), die prägend für ihren Berufstand ist. Anzumerken ist das diese Art der tiefen Arbeit, sich etwas von den zuvor beschriebenen unterscheidet. Die besondere Fähigkeit ist dabei schnell umzuschalten, von einem flachen in einen tiefen Modus. Dieses zu erlernen erfordert viel Übung, ansonsten läuft man Gefahr von einem Burnout aufgefressen zu werden.


Der Weg zum Ziel

Es gibt nicht die eine richtige Philosophie tiefen Arbeitens, die richtige Methode hängt von der eigenen Person und der Art des Projekts ab. Was es gibt sind allgemeine Fragen, die als Leitfaden dienen können um seinen eigenen persönlichen Stil zu finden.

Wo und wie lange? Für tiefe Arbeit benötigt man einen Ort an dem man ungestört ohne Unterbrechungen Arbeiten kann, dieser Ort kann ein Raum in einer Bibliothek, ein normales Büro oder ein Hotelzimmer sein. Newport erwähnt nicht explizit, was man tun soll falls man in einem lauten Großraumbüro sitzt, aus eigener Erfahrung aber weiß ich Ohropax, könne sehr hilfreich sein.  Dazu sollte man festlege wie lange man tief arbeiten möchte Newport rät zu maximal 4 Stunden am Tag.

Wie werde ich arbeiten (sobald ich begonnen habe)? Es geht darum welche Regeln, Struktur und Strategien die man sich zu Grunde legt. Falls man mit dem Internet arbeitet, ist die Gefahr des Abschleifens besonders groß (You Tube Facebook oder dieser Blog). Der Umgang mit Smartphone und der gleichen sind weitere Aspekte, die geregelt sein sollten. Newport selbst erwähnt keine Beispiele gibt Referenzen wie Pomodoro-Technik oder andere Techniken zum Produktiven arbeiten. Wer mehr Anregungen diesbezüglich braucht findet hier 44 Tips zum produktiven Arbeiten, in leicht verdaulichen Infografiken.

Was unterstützt mich beim Arbeiten? Newport meint damit die Frage nach Energiezufuhr in Form von Kaffee und „Essen“ und dieses sollte man sich zuvor Überleg und am besten vorbereitet haben um nicht unnötig Zeit und Energie zu verschwenden, wenn man Hunger bekommt. Newport hält das sehr allgemein aber es liegt nahe, das der Obstteller und Studentenfutter vermutlich besser geeignet sind, anstellen von Schokolade und Bonbons.

Der Weg ist das Ziel: Newport macht noch eine Anmerkung, die meiner Meinung nach ein ganz wichtiger Punkt ist. Auf der Suche nach der richtigen Strategie oder Philosophie, muss man zum Experimentieren und Ausprobieren bereit sein. Wie zu Anfangs erwähnt ist tiefe Arbeit eine signifikante Fähigkeit für das Digitalzeitalter und der Aufwand sie zu erlernen lohnt sich.